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(Meditation von Jörg Zink
zum Ersten Artikel des christlichen Glaubensbekenntnisses)
 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
Schöpfer des Himmels und der Erde.

Das bedeutet:
Ich staune über diese Welt.
Ich danke Gott für mein Leben.
Ich möchte glücklich sein
und glücklich machen mit allen Kräften.
Ich möchte alle Geschöpfe lieben,
die mir anvertraut sind, und sie schützen.
Ich kann und weiß mehr als sie,
aber sie sind nicht weniger als ich.

Ich staune über die Gedanken Gottes,
die so viel tiefer sind als die meinen,
über seinen Geist,
der so viel höher ist als meine Vernunft.
Ich bin überzeugt, dass ich von seiner Welt
nur das Geringe wahrnehme,
das meinem Geist entspricht,
und mir mehr verborgen ist,
als ich je sehen und begreifen werde.

Ich sehe keinen Widerspruch
zwischen meinem Wissen und meinem Glauben.
Dass es elektronische Rechner gibt,
was beweist das
gegen die Auferstehung vom Tode?
Ist ein Maulwurfshaufen ein Argument
gegen den Himalaja?
Je größer die Kunst ist,
die wir Menschen beherrschen,
desto größer wird mir Gott,
dessen Gedanken wir denken,
und ich bitte Gott,
mir Weisheit und Sorgfalt zu geben,
dass ich immer mehr von seiner Welt verstehe.

Ich glaube an den Schöpfer der Welt,
der Erde und des Himmels.
Der Welt, die ich sehe,
und der viel größeren,
von der ich nicht den Schatten
einer Ahnung habe.

Das ist wahr.
 

(aus: Jörg Zink: Die Welt hat noch eine Zukunft. Kreuz Verlag Stuttgart 1884, S.9)